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Travel Guide – Istanbul

Travel Guide - Istanbul

Istanbul hat mir wirklich sehr gut gefallen! Es ist vielleicht nicht die Stadt, zu der es mich wirklich immer wieder hinzieht (wie zum Beispiel London oder Barcelona), aber ich gehe voll mit, wenn man sagt, man muss einmal in Istanbul gewesen sein. Ich hab mir viele nützliche Dinge davor durchgelesen, was man über Istanbul wissen muss und habe in diesem Travelguide nun alle für mich wichtige Informationen zusammengetragen.

Wie immer bedenkt, dass dies meine persönliche Meinung ist, die auf meinen Erfahrungen beruht, die ich dort gemacht habe. Wie immer würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir noch weitere Tipps unten in die Kommentare schreibt, falls ihr auch schon mal in Istanbul gewesen seid. Wer weiß, vielleicht verschlägt es mich ja doch irgendwann nochmal dahin!


Travelguide - Istanbul
Nach Istanbul kommt man von Europa relativ leicht mit dem Flugzeug. Zu empfehlen ist der etwas unbekanntere Flughafen „Sabiha Gökçen“ (SAW), da dieser von den Billigfluglinien (easyjet, germanwings..) angeflogen wird. Er liegt auf der asiatischen Seite Istanbuls. Wir selber flogen mit germanwings, da diese Fluggesellschaft die meisten Flüge innerhalb Deutschlands anbietet und dazu auch noch relativ günstig. Man kann mit germanwings von Berlin-Schönefeld, Dortmund, Hamburg, Köln/Bonn, und Stuttgart nach Istanbul fliegen. Nachteil ist, dass er etwas weiter weg liegt, als der größere und bekanntere Flughafen „Atatürk“ (IST). Jedoch gibt es für „Sabiha Gökçen“ Shuttlebusse, die dich zum Taksim-Patz oder zum Hafen in Kadiköy fahren. Das ganze wird von der Busgesellschaft Havaş betrieben. Falls ihr wieder zurück fliegen wollt, solltet ihr euch an den Ort begeben, wo ihr rausgelassen wurdet. Die Busse fahren auch wieder zurück zum Flughafen. (Vom Taksim-Platz alle halbe Stunde.) Eine Fahrt kostet 13 TL.

Eine wirkliche Perle fanden wir schon bei unserer Unterkunft. Über Booking.com suchten wir nach Hotels und Unterkünften am und um den Taksim-Platz (Danke nochmal für diesen tollen Tipp, Sera!!) und fanden dabei die A Plus Residence. Die guten Bewertungen und die Beschreibung hat uns mehr als angesprochen. Wir zahlten für eine Woche insgesamt 464€, was sich aber mehr als lohnte für die Lage und den Service. Es war sehr nah am Taksim-Platz, wodurch wir immer gleich mitten im Geschehen waren. Die drei Hosts waren super nett, versuchten uns immer alle Wünsche die wir hatten, zu erfüllen, waren immer da, wenn man sie mal brauchte und fragten immer nach, ob alles zu unserer Zufriedenheit ist. Wir hatten einen Fernsehr, einen kleinen Kühlschrank, freies W-Lan und Wasser (sehr wichtig in Istanbul!) und eine hochmoderne Klimaanlage. Wer also etwas mehr für seine Unterkunft ausgeben möchte, dem würde ich die A Plus Residence sehr an Herz legen.

Sehenswürdigkeiten

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Zu dem obligatorischen Touriprogramm in Istanbul gehören natürlich auch die Moscheen. Um den Islam kommt man gar nicht drum herum, wenn man sich dort befindet. Es ist viel präsenter, als bei uns beispielsweise das Christentum. So wird zum Beispiel fünf Mal täglich über Lautsprecher in ganz Istanbul zum Gebet aufgerufen. Dies dauert immer einige Minuten (übrigens auch um fünf Uhr morgens, aber man gewöhnt sich schnell daran) So ist es also auch, dass man in Moscheen geht. Wir selber schafften nur zwei von den wichtigsten.

Aya Sofya (Hagia Sophia) – Ayasofya Meydanı, Sultanahmet Fatih, 34400 Istanbul
Tram: T1 Sultanahmet
Eintritt: 30 TL = 10,70€ (Stand Juli 2014)

Fazit: Wir waren froh, dass ihr einmal da waren. Den Preis fanden wir allerdings ganz schön happig, für Istanbulverhältnisse. Sie müssen ihn auch grade erst erhöht haben, da in allen aktuellen Reiseführern und im Internet noch ein Preis von 20-25 TL angegeben wurde. Dennoch ist es eine bedeutende Stätte und viele Informationen bzw. Filme, die dort gezeigt wurden, waren sogar auf Englisch, was leider nicht selbstverständlich ist. Dennoch solltet ihr einen Reiseführer dabei haben, der euch genau erklärt, wo alles ist, da man doch sonst sehr ratlos durch die Gegend läuft.

Sultanahmet Camii (Sultan-Ahmed-Moschee // Blaue Moschee) – Sultan Ahmet Mh., Torun Sk No:19, 34400 Istanbul

Tram: T1 Sultanahmet
Eintritt: kostenlos

Fazit: Da dies noch eine genutzte Moschee ist und kein Museum, war hier der Eintritt kostenlos. Dafür gibt es hier aber auch strenge Bekleidungsregeln. Männer müssen lange Hosen tragen und lange Hemden/Oberteile. Frauen tragen lange Kleider (auch nicht nur 3/4 lang) und lange Oberteile. Dekolleté muss ebenfalls bedeckt sein. Außerdem ist ein Kopftuch erforderlich. Wenn ihr die Sachen nicht habt oder sie vergessen habt anzuziehen, bekommt ihr auch dort entsprechende Kleidung (ebenfalls, wenn das Personal findet, dass eure Sachen immernoch zu freizügig sind). Aber keine Angst, zwar wirkt es von außen, als super streng, aber im Endeffekt hat es gereicht, dass ich das Kopftuch locker um meinen Kopf gewickelt habe, genauso wie den Rest.

Auch wenn die Moschee wunderschön ist, fand ich die Atmosphäre irgendwie ein bisschen komisch. Es gab abgetrennte Bereiche – einen Gebetsraum und einer, wo die Touristen ihre Fotos machen können. Dennoch stell ich es mir nicht so schön vor, in Ruhe beten zu wollen und dabei die ganze Zeit Fotogeknipse und „Ohhs“ und „Ahhs“ von nebenan zu hören. Genauso kam ich mir etwas abgeschoben vor. Uns wurde gleich klar gemacht, dass die Touristen in die Gebtsräume nicht rein dürfen und im anderen Raum (es war wirklich nur ein Raum) kriegen, was sie sehen wollen. Dennoch war es ein beeindruckender Bau.

Zwar keine Moschee, aber ein Palast:

Yerebatan Sarnıcı (Versunkener Palast) – Alemdar Mh., Şeftali Sk No:6, Fatih, 34400 Istanbul
Tram: T1 Sultanahmet
Eintritt: 20 TL = 7,14€ (Stand: Juli 2014)

Fazit: Den Freund kann man zu diesem Palast leicht locken, da hier sowohl ein James Bond, als auch Jackie Chan Film gedreht wurden. Es ist wortwörtlich ein Palast, der versunken scheint, es aber natürlich nicht wirklich ist. Er wurde schon von anfang an unterirdisch gebaut und diente als Wasserspeicher für den Großen Palast. Es ist ein wirklich sehr beeindruckendes Bauwerk (nicht nur, weil hier auch Filme gedreht wurden), da die Säulen, die aus unterschiedlichen Klöstern stammen, alle angeleuchtet werden und es einfach atemberaubend aussieht. Leider stimmte auch hier der Preis im Internet und den Reisebüchern nicht, weshalb wir auch hier wieder vom Preis überrascht wurden.

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Wer wirklich das Lebensgefühl von der Stadt mitbekommen möchte, weit weg von Touristenattraktionen und Sehenswürdigkeiten, würde ich empfehlen, in kleinere Gassen zu gehen oder sich eine schöne Ecke am Bosporus zu suchen. Allerdings auf der Seite im Stadtteil Beyoğlu. Dort ist es nicht so Touristenüberladen und viele Türken gehen selbst dort hin. Es gibt da viele „strandartige“ Stände. Dort solltet ihr euch in die Sitzkissen setzen, Çay (türkischer Tee) trinken, wenn ihr wollt eine Shisha rauchen und unbedingt Backgammon spielen. Wenn ihr dann dort so sitz, seht wie langsam die Lichter angehen, die sich dann im Wasser spiegeln, die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet und euch trotzdem noch kein bisschen kalt ist, sondern eher eine angenehme Wärme spürt.. glaubt mir, dass ist das absolut größte!


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Ein großer Punkt auf euer Liste von Dingen, die ihr in Istanbul sehen solltet, sind die Basare. Sie sind zwar voll und man muss aufpassen, dass man nicht abgezockt wird, aber sie sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Übrigens hat Coco mal einen tollen Artikel über das Feilschen geschrieben und was man dabei am besten beachten sollte. Solltet ihr wirklich einen Basar besuchen, ist dieser Artikel Gold wert. Es gibt zwei wichtige Basare, die wir besucht haben und die ich euch hier jetzt vorstelle.

Kapalı Çarşı (Großer Basar) – Beyazit/İstanbul, Istanbul
Tram: T1 Beyazıt-Kapalıçarşı oder Bus: İETT Beyazıt Otobüs Durağı

Fazit: Ich habe ihn mir etwas anders vorgestellt, als er am Ende war. Ich stellte mir wirkliche Stände vor, jedoch waren es im Prinzip viele, viele Geschäfte nebeneinander. Dies ist jetzt allerdings nicht negativ gemeint. So unglaublich voll war es auch nicht. Man konnte sich trotzdem noch relativ frei bewegen. Zu kaufen gab es wirklich vieles, jedoch auch gerade für Touristen viel zu überteuert. Ihr solltet also hier auf jeden Fall feilschen und nicht den ersten Preis akzeptieren. Er hat eine tolle Atmosphäre, aber man merkt schon, dass er eher für Touristen ausgerichtet ist.

Mısır Çarşısı (Ägyptenbasar // Gewürzbasar) – Rüstem Paşa Mahallesi, 34116 İstanbul
Tram: T1 Eminönü

Fazit: Um einiges voller und beengter als der Große Basar, jedoch auch dadurch, dass er viel kleiner ist. Doch für mich hatte dieser trotzdem viel mehr Basarcharakter. Überall Stände mit exotischen Gewürzen und Gerüchen die in der Luft lagen. Die Einheimischen kaufen hier selbst auch ein und den Unterschied merkt man schon. Jedoch ist er auch relativ schnell abgelaufen. Ich würde euch aber empfehlen, dort Gewürze zu kaufen, da sie wirklich sehr anders sing, im Vergleich zu uns bekannten Gewürzen.

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Weitere Sehenswürdigkeiten / Touren:

* Bosporusfahrt
Tram: T1 Eminönü
Preis: 10 TL = 3,57 € (Stand: Juli 2014)

Fazit: Sie ist zwar billig und ich habe mich wirklich auf diese Fahrt gefreut, aber man bekommt auch nicht mehr, als 90 Minuten auf einem Schiff zu sitzen. Es war schön anzusehen, aber leider gabs keinerlei Erklärungen, was genau man dort jetzt gesehen hat. Weder auf englisch, noch auf türkisch. Übrigens würde ich mich auf keine Privatfahrten einlassen, die angeboten werden. Dort wird man oft nur über das Ohr gehauen, da sie völlig überteuert sind.

* Galataturm (Galata kulesi)
Metro: M2 Şişhane

Fazit: Ich selbst war nicht auf dem Turm, deshalb konnte ich nichts über den Preis sagen. Dennoch wäre ich eigentlich gern darauf gegangen, um eine schöne Aussicht über Istanbul zu haben. Ihr solltet beim Eintritt mit 6-10€ rechnen.

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Ein Tipp, der anscheinend gar nicht so bekannt ist, sind die Prinzeninseln, auf türkisch Adalar. Dies ist eine kleine Inselgruppe, wo früher die Prinzen und Prinzessinnen hingeschickt wurden, wenn sie sozusagen „Hausarest“ hatten – daher auch der Name. Bei den Türken selber ist es ein beliebtes Ausflugziel, falls man mal genug von der Großstadt hat und man mehr das Urlaubs-Strand-Feeling haben möchte. Wir selbst waren zwei Mal dort, auf zwei verschiedenen Inseln. Es war beide Male traumhaft schön. Ob man nun baden will (empfehlenswert ist dafür Heybeliada, da hier das Wasser am saubersten ist) oder einfach nur ein bisschen die Insel und die Klöster erkunden möchte, kann man hier alles machen. Es gibt auch Kutschen, die dich bequem durch die gesamte Insel fahren. (Ungefähr 25 TL Kosten) Neben den Fahrrädern sind sie das einzige Verkehrsmittel, da Autos dort verboten sind. Nur die Polizei oder Transporter dürfen ein Auto benutzen.
Abfahrt von Istanbul ist ab der Station Kabataş, die auch von der Tram T1 angefahren wird. Von da aus steigt man in die Fähre, die ca. 60-90 Minuten braucht. Die Fahrt kostet 6 TL = 2,14€ (Stand: Juli 2014)


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Da wir nicht so sonderlich oft im Restaurant gegessen haben, sondern oft etwas im Supermarkt oder auf der Straße, habe ich nicht so viele Tipps für euch. Jedoch ein paar und die teile ich natürlich gern mit euch!

Galata Konak Cafe
Bereketzade Mah. Hacı Ali Sk. No:2, 34420 Istanbul
Wer gerne auswärts Frühstücken würde, sollte sich unbedingt hierhin begeben. Da das Cafe über eine Dachterasse verfügt, hat man einen tollen Blick über Istanbul. In der Speisekarte gibt es typisch europäisches Essen, aber auch ein paar türkische Spezialitäten.

Medi Şark Sofrası
Kucuk Parmak KapI Sokak No: 46a, Istanbul
Dieses Restaurant fanden wir durch Zufall in einer Seitenstraße und es sprach uns sofort an. Von der Decke hing Efeu und der Kellner begrüßte uns freundlich. Es wirkte alles super gemütlich mit den großen orientalischen Tischen. Das Essen war ebenfalls reichlich und sehr günstig.

Asmali Cavit
Asmalimescit Cad. No16/D | Beyoglu, Istanbul
Ein wirklich typisches Essen (zumindest was die Vorspeisen betrifft) findet man hier. Das Prinzip ist ganz simpel. Der Kellner kommt mit vielen Vorspeisen auf einem Servierwagen und ihr sucht euch so viele aus, wie ihr wollt (eine Vorspeise kostet ca. 7 TL). Das schöne ist, es ist typisch türkisches Essen, was man vielleicht selbst noch nicht so kennt. Die Vorspeisen teilt man dann unter der Gruppe auf. Danach geht es dann ganz normal mit dem Hauptgang weiter!


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Istanbul ist relativ gut vernetzt. Die wichtigste Bahn ist hier die T1, womit du zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten gelangst. Eine Einzelfahrt kostet umgerechnet 4 TL = 1,40€ (Stand: Juli 2014). Auf Dauer empfehle ich euch allerdings die Istanbulkart zu nehmen. Dies ist eine wieder aufladbare Karte, wo die erste Fahrt 2,15 TL = 76 Cent und die zweite Fahrt innerhalb von 2 Stunden 1,45 TL = 51 Cent kostet. Es ist also erheblich billiger als in Deutschland. Problem ist nur, dass dies keine Zeitkarten sind. Das heißt, du zahlst immer 2,15 TL, egal ob du zwei Stationen oder 20 Stationen fährst. Manchmal etwas ärgerlich, wenn man wirklich nur eine kurze Strecke fährt. Die Karte zu bekommen, ist ebenfalls etwas schwierig. An den meisten Automaten wird es zwar angeboten, aber dort sind sie oft schon ausverkauft. Man kann aber sie auch an Kiosken kaufen. Man findet solche leicht, wenn man sich nach Schildern umsieht, wo Istanbulkart drauf steht. Aber Vorsicht! Uns wollten sie übers Ohr hauen, indem sie uns zwei Karten verkaufen wollten. Man kann sich aber auch eine Karte teilen, solange genug Geld darauf ist. Es ist nicht nötig, für jede Person eine Karte zu besorgen. Sie kostete bei uns 20 TL, wobei 7 TL Guthaben waren. Man kann es glaube ich auch billiger an Automaten bekommen, aber wir waren froh, dass wir überhaupt endlich eine Karte hatten.

Soo! Das wars dann auch schon. Ich habe sehr viel Arbeit in diesen Post gesteckt und würde mich natürlich freuen, dass euch die Tipps weiter helfen. Wenn ihr mal Istanbul besucht und meinen Travelguide dafür benutzt, würde ich mich natürlich auch freuen, wenn ihr mir Bescheid gebt!

Habt ihr Tipps oder Ergänzungen für Istanbul? Vielleicht fahre ich ja doch nochmal irgendwann dahin, dann würde ich mich sehr über eure Vorschläge freuen!


Travelguide - Istanbul

Laura
Laura ist langjährige Bloggerin. Bereits als Kind reiste sie über die halbe Weltkugel und war fasziniert von anderen Ländern und Kulturen. Heutzutage interessieren sie besonders exotische Küchen, weil sie selber für ihr leben gern kocht und backt.